Donnerstag, 27. Oktober 2011

Take 10



Ich greife nach dem Kirschkernkissen, lege es auf meinen leicht bedeckten Bauch und atme schmerzverzerrt und tief ein. Unmittelbar danach ziehe ich die Bettdecke bis über mein Kinn und nicht das Schüttelfrost und Heiserkeit das Schlimmste sind, zu allem Übel vermisse ich dich unheimlich und mache meinen Eltern nur Probleme. Wie Mamas Worte in meinen Ohren brennen, wie sie mich angefleht hat meine Beine sehen zu können, wie sie mit Tränen in den Augen da saß und mich anschrie sie wüsste bescheid, man bekomme nicht umsonst Anrufe von Lehrern. Mein Vater der zur Tür rein kam, mich angeschaut hat wie ich Kreidebleich da saß und Mama ebenfalls angefallen habe. "Deine Tochter ritzt sich wieder sämtliche Körperteile auf." Huch, schon rollen die dicksten Krokodilstränen meine Wange herunter, fallen auf meine Hand, die meinen Hals fast umklammert. "Heul nicht rum, du bist selbst schuld." Ich drehe mich zur Seite und drücke mein Gesicht in ein Kissen, ermüdet und aufgewühlt. Als die zweite meiner Tränen die Decke berührt spüre ich deine Hand auf meiner Seite, wie du mich sanft beruhigst, aufrichtest und ich mich förmlich an dir festklammere. Dein Shirt mit meinem Make Up beschmutze und mich tausend mal dafür entschuldige. "Was ist los? Und warum sagst du mir nichts wenn es dir schlecht geht?" Meine Nägel rammen sich in deine Jacke und ich kaue wieder einmal nervös auf meiner Lippe herum. "Nein, psht. Ich will nicht reden, halt mich einfach in deinen Armen und bleib hier. Ich brauche dich grade einfach also stell keine Fragen." Wie meine Stimme zittert, ich mich fühle als verschlucke ich mich an meiner eigenen Zunge und du deine Arme um meine Seiten legst. Du legst dich zu mir, wie du mir diese widerspenstige Strähne andauernd aus dem Gesicht streichst und mir ins Ohr flüsterst wie sehr du mich liebst, wie glücklich ich dich mache und wie gut ich dir doch tue. Meine Augen fallen zu und bevor ich drüber nachdenken kann was meine Eltern am nächsten Tag dazu sagen werden wache ich neben dir auf. Vom Klingeln meines Weckers-Acht Uhr. Perfekte Momente wie diese.

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