Freitag, 6. Januar 2012

Take 15

Ich lieg' gern einfach da und denk an meine Kindheit, lass alles andere außen vor und bin stundenlang
einfach so nur für mich. Am liebsten denk ich an die Tage wenn jemand bei uns krank war und wir egal wie zerstritten wir eigentlich waren alles für den anderen getan haben und uns gegenseitig hoffnungslos bemuttert haben, so lieg ich auch jetzt da, die letzten zwei Tage nicht in der Schule gewesen weil's mich so erwischt hat und die halbe Familie sitzt regelmäßig bei mir am Bett, bringt mir Essen und Trinken, fragt mich gefühlte 28469304749-Mal am Tag wies mir geht und Ma' und ich gucken abends in ihrem Bett immer Krimis und trinken Tee. Für Papa bin ich seid ein paar Tagen wieder mal sein kleines Mädchen und er kommt jeden Abend noch mal rein und wünscht mir dass ich gaaaaanz schnell wieder gesund werde und mein kleiner Bruder schickt seine Freunde immer direkt in sein Zimmer weil die mich stören könnten. 
Und wenn ich hier so liege mache ich mir Gedanken über Gott und die Welt und wie sich die Dinge gewendet haben, nie im Leben hätte ich mir zu träumen gewagt dass ich heute sein würde wie ich nun einmal bin. Das schließt Tunnel und Piercing ein, aber auch das ständige färben meiner Haare und meine Einstellung vielen Dingen gegenüber. So behalte ich für mich was andere in einem Redefluss verlieren und bin auch denen eine gute Freundin von denen ich das gleiche nicht behaupten kann, ich verzichte Jahrelang erfolgreich auf Fleisch und Gelatine und würde so blöd wie das klingen mag auf keine meiner Narben verzichten wollen, ein Zustand den andere entsetzend finden aber für mich Normalität bedeutet, ich mache kein Großes Geheimnis daraus dass ich mich selbst im ehrlichsten aller Sinne nicht besonders gern leiden mag, was mich so einige Male in verlegenheit brachte und noch bringt, so auch beim Schulsport den ich ( wie wenig nachvollziehbar das auch ist) verabscheue und fast schon fürchte. Ich hab Köpfen aber setze es nicht ein, bin hochbegabt aber stinkfaul, bei den Lehrern teilen sich die Meinungen über mich, aber im Endeffekt können sie alle meinem lächeln dann doch nicht widerstehen, wie auch mein Freund, den ich Gott sei dank seid nun fast vier Monaten an meiner Seite wissen darf und ihn auch nicht all zu schnell dort vermissen möchte.
Auch rede ich nicht lange um die Tatsache rum dass ich nie sonderlich beliebt war und so in der Schule wenn ich das so behaupten darf bis auf ein paar enge und beste Freunde so gut wie immer ausgeschlossen wurde, was sich innerhalb des letzten Jahres geändert hat aber dieser Fakt brennt mir immernoch auf der Seele. Ich wohne ländlich, es zieht mich allerdings unheimlich in die Stadt und so schwärme ich vielen oft etwas von meiner Traum Zukunft vor, die ich anstrebe, nur zu gut dass sie mich ab und zu auch auf den Boden der Tatsachen zurück holen, so weh es auch manchmal tut. Böse sein kann ich sowieso niemandem, nachtragend sein oder gar länger Wütend liegt nicht in meiner Natur, nicht auf meine Freunde. Ich liebe Comics und Superhelden, verfalle so oft in ausschweifende Reden über Dinge die mir den schlaf rauben und kann selbst im Kino oft nicht den Mund halten, zerdenke alles pausenlos und bin auch wenn ich es nicht zugebe innerlich hoffnungslos romantisch. Ich kann schrecklich abergläubisch und für alles zu begeistern sein, stehe unglaublich auf Old-school Rock und alternative Musik, baue mir Luftschlösser von denen Jürgen Drews nur Träumen kann und saue mich mit Zuckerwatte nach wie vor meines geschmacks viel zu oft ein. Dennoch würde ich mich und selbst meine kleinen 1.58 nicht im geringsten gegen all das Geld dieser Welt eintauschen und meinem kleinen 9-jährigen ich nur mit auf den Weg geben alles einfach auf sie zu kommen zu lassen, denn im Endeffekt läufts eh darauf hinaus dass sie anders wird als sie will.

Und bevor die Frage auch nur einmal aufkommt, ja, das bin ich.

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